Warum Adam „sündigen“ musste

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Nachdem Gott Adam aus Erde geformt hatte, blies er ihn an und „..er wurde ein lebendiges Wesen“. Übersetzbar als: Seele, Jemand, Leben, Selbst, Begierde, Hunger, Wille… Ebenso Tiere sind lebendige Wesen. Was unterschied Adam von den Tieren? Nichts. Er war ein Teil dieser ganzen Welt, fühlte sich mit allem verbunden. Er lebt in einem wunderbaren Garten, mit fantastischen Gewächsen und „verlockenden“ Früchten, einem Paradies. Und dem Baum des ewigen Lebens und dem Baum der Selbsterkenntnis und des Wissens.

Ein Baum

Wozu der Baum der Erkenntnis?

Gott stellt den Baum in den Garten und sprach das Verbot aus. Es war notwendig Adam eine Chance zu geben sich aufzulehnen. Das war der einzige Weg, für ihn Gott ebenbürtig zu werden. Sollte er ewig ein Kind bleiben? Ohne die Ablösung, das Abnabeln, wäre Adam wie ein Baby an der Mutterbrust geblieben. Ohne Bewusstsein wie ein Tier. Ohne zu erkennen, dass er ein Selbst, ein Ich, ein Individuum ist. Auf ewig abhängig und unselbständig. Immer die Hand aufhalten und empfangen?

Gott wollte das Adam sich von ihm emanzipiert. Er hätte ihn einfach vor die Tür setzten können. Das hätte nicht funktioniert. Das ist wie ein Kaiserschnitt. Kinder, die durch Kaiserschnitt zur Welt kommen, haben es später im Leben schwerer sich durchzukämpfen.

Erwachsen werden

Ein ganz normales Verhalten, alle die Kinder haben, kennen dass. Pubertät. Erwachsen werden. Selbst – Verantwortung übernehmen für sein Leben, Sicherheit, Finanzen, Futter, Klamotten, Gesundheit … Sich selber um seine Bedürfnisse kümmern, kein Schlaraffenland mehr, in welchem einem alles gebraten in den Mund fliegt. Wo Mama und Papa alles organisieren, machen, bezahlen, in Ordnung bringen. In Familien, wo dies nicht passiert entwickeln die Kinder zu Narzissten. Eine Plage für die Eltern, die Umwelt und letztendlich für sich selbst. Ewig unzufriedene, nörgelnde, blutsaugende Egoisten.

Klar ist das schmerzhaft aus dem elterlichen Nest zu fliegen. Und verwirrend. Und ungewohnt. Er wurde aus der allumfassenden Einheit von Gott, Natur und Mensch „ent-bunden“. Er fällt aus der Ganzheit und erkennt sich als Individuum.


Ein Individuum (lateinisch individuum ‚Unteilbares‘, ‚Einzelding‘) ist ein Ding, eine Entität oder einzelnes Seiendes.

https://de.wikipedia.org/wiki/Individuum

Eine Teilung entsteht

Ein Unterscheidbares. Ich hier und dort die Anderen. Der Dualismus ist geboren. Die Kategorien, Schubladen und Gegensätze. Bisher war alles eins. Nun ist alles verschieden. Erst in diesem Moment erkennt er den wahren Unterschied zwischen sich und seinem bisherigen Busenkumpel Issah. Es ist ihm ähnlich und gleichzeitig ganz anders. Issah ist eine Frau. Bähm. Das haut rein. Adam ist voll geflasht. Beide entdecken die Anziehung, das Begehren, den Sex. Issah ist mega-heiß, er kann nicht ständig hinsehen. „Ich hab nichts anzuziehen“, da ist es entstanden. Also schnell ein paar blätter abrupfen und irgendwie darüber halten…

Adams „Strafe“

Und was in der Geschichte als „Strafe“ angeordnet wird, ist keine Strafe, sondern die logische Konsequenz eines selbstbestimmten Lebens. Wer hat seinen Garten und da gearbeitet? Umgraben, säen, pflanzen, düngen gießen…. Anstrengung, Hitze, Schweiß. Abends eine erfrischende Dusche und ein leckeres Abendbrot. Hinterher nochmal durch den Garten schlendern und sich an dem Erreichten erfreuen. Zufriedenheit. Arbeit ist sinnstiftend.

Später kann ich die eigenen Früchte ernten und gemeinsam mit meinen Lieben genießen. Das ist doch was! Für mich keine Strafe.

Mit der schmerzhaften Geburt, das is ein schwierigeres Thema… Angenommen die Babys würden vom Himmel fallen, mit der Post kommen oder vom Klapperstorch. Sobald es Probleme gäbe, würden wir die zurücksenden oder zumindest umtauschen.

Zeit aufrecht zu stehen

Es ist Zeit das wir aufhören krum und schuldig dazustehen, Gründe zu suchen, Ausreden, Schuldzuweisungen. Sondern uns aufrichten. Zu uns stehen, zu dem, was wir sind und getan haben, zum Licht wie zum Dunkel. Das sind alles wir. Das befreit uns, lässt die Lasten von unseren Schultern fallen, das macht unser Licht stark und die Schatten kraftlos. Was wenn Adam mutig hervorgetreten wäre und gesagt hätte:

„Hier bin ich Gott. Ich bekam Angst, weil ich vom Baum gegessen hab und auch Eva essen ließ. Ich habe deine Regel übertreten und Strafe zu Recht verdient. Es tut mir leid.“

Ich könnte mir vorstellen, dies ist der Weg zurück ins Paradies…

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