Freiheit von Schuld und Angst

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Wer sich zu viel mit der Vergangenheit beschäftigt, kramt meist auch in vermeintlicher eigener oder fremder Schuld (Schuldzuweisungen). Neben dem Vergleichen eine weitere fantastische Möglichkeit unglücklich zu werden. Wer in der Zukunft „abhängt“ verträumt sein Leben oder aber er versteckt sich ängstlich vor dem was eventuell kommen könnte. Er lebt in Angst. Die Gegenwart ist der einzige Ort, der uns geschenkt ist. Hier kannst du Dinge tun und ändern: lieben, heilen, helfen, vergeben…

Weder ein: „Ach hätte ich doch nur…“ noch ein: „Eigentlich würde ich gern irgendwann einmal…“ verändern dein Leben. Nur wer im Hier und jetzt Lebt, der ist frei von der Zeit, der erlebt Ewigkeit.

Das Gestern ist Geschichte, das Morgen nur Gerüchte, doch das Heute ist die Gegenwart und die zu erleben ist ein Geschenk!

Film: Kung-Fu Panda
Ein Halloween Kürbis auf einem Holzstapel
Angst hat oft keine realen Ursachen
Image by Benjamin Balazs from Pixabay

Schuldgefühle wegen Vergangenem

Schuldgefühle entstehen meist aus einem verhaftet sein in der Vergangenheit, ein rückwärtsgewandt sein. Sie machen schwach und kraftlos. Blockieren deine Energie. Halten dich davon ab, das Gute und Schöne, was gerade in diesem Moment um dich herum geschieht, wahrzunehmen. „Ich armer elender sündiger Mensch…“ ist deshalb nicht gerade der beste Einstieg in einen Neuanfang. Oft gesprochen verstärkt es eher Selbstverachtung, Minderwertigkeit und Entmutigung. Vor allem, da wir mit unseren gutgemeinten menschlichen Versuchen nach Besserung meist scheitern.

Schuldzuweisungen an Andere

Lehnen wir dagegen unsere Eigenverantwortung ab, die Dunkelheit und Schatten in uns, unser Versagen, unser Scheitern, das Geschehene, machen wir selbst uns klein und hilflos. Wenn immer andere Menschen, Umstände, Zeiten o.ä. Schuld sind, dann können wir selbst ja nichts tun, nichts ändern. Wir bleiben handlungsunfähig, wie ein neugeborenes Baby. Oft noch verbunden mit ungesundem Selbstmitleid. Damit machen wir uns selbst zum hoffnungslosen, schwachen, unfähigen Opfer und verharren in der Opferhaltung.

„Wem du die Schuld gibst, dem gibst du die Macht“

Gelesen in irgendeinem Erfolgsbuch, Kapitel 1

Am fiesesten finde ich die religiöse Form der Schuldzuweisung. Dämonen oder am besten der Teufel selbst sind schuld an unseren „Sünden“ (wird übrigens im hebräischen und griechischen nur als „Zielverfehlung“ übersetzt). Satt uns einzugestehen, dass wir selbst verantwortlich sind für unser Versagen. Welches seine Ursachen allermeist in unserem „unerlösten“ Ego hat. Manchmal stelle ich mir das so in einem Comic vor. Gott kommt mit donnernder Stimme zu Satan (der gerade genussvoll Eiscreme isst) und fragt: „Was hast du wieder mit dem Max gemacht?“ Und der so völlig unvorbereitet und überrascht zuckt mit den Schultern: „Keine Ahnung. Ich weiß nicht, wovon du redest“.

Reue – Akzeptiere Licht und Finsternis in Dir

Reue, besser noch Einsicht ist das Gegenteil von beidem. Ein Ankommen im Hier und Jetzt. Der Beginn einer Akzeptanz dessen was Geschehen ist, deiner eigenen Finsternis in dir. Ein Annehmen des so Seins, deiner Schwachheiten, Fehler, Ungereimtheiten. Ein Innehalten und Anschauen. In einer Diplomarbeit über Arbeit mit Tätern las ich, dass ehrliche Scham – ein „Das war wirklich ich, dass hab ich getan!“ – eine Grundvoraussetzung sei, um eine erfolgreiche Änderung der Denkmuster zu bewirken. Das erleichtert. Ein Fixpunkt, von dem aus ein neuer Start möglich wird. Wenn wir diesen Schritt bewusst tun, statt zu ängstlich zu vermeiden, können wir viel über uns lernen.

Es beginnt mit dir. Beginnt mit Selbsterkenntnis. In dir sind Himmel und Hölle, Engel und Dämon, Licht und Finsternis.

Der Erste Schritt ist die Akzeptanz dessen, was gerade ist. Lasse zu, dass du beides in dir trägst. Ohne es zu bewerten, ohne einzuteilen in gut/böse, richtig/falsch, Zustimmung/Ablehnung. Sei damit versöhnt und zufrieden, dass du vollkommen unvollkommen bist. Gott hat dich so gemacht und er macht nur Gutes, nichts Schlechtes. An-Er-Kennen deiner vermeintlichen Schwachheiten und Fehlbarkeit. Erst das macht uns zu Menschen, macht uns menschlich… Gott/das Leben möchte in deiner vermeintlichen Schwäche stark sein. Das funktioniert nur, wenn du diese annimmst. Warum funktioniert das? Weil du aufhörst, mit Kraft und Anstrengung versuchen besser zu werden.

Indem du versuchst „Besser“ zu werden, siehst du dich selbst als schlecht und ungenügend an. Du verstärkst dein negatives Selbstbild. Und das verhindert den Weg zum inneren Frieden. Du bist gut so wie du gerade jetzt bist. Komme zu Ruhe, atme ein paarmal tief und langsam ein und aus. Lasse diesen Satz in dir wirken.

Der Weg zum inneren Frieden

Ich bin schon viele Jahre auf der Suche nach Gott, der Wahrheit, dem Leben, wie auch immer man es nennen will. Es gab eine Zeit ,da wollte ich ganz „heilig“ (abgesondert) sein. Damals habe ich einen großen Fehler gemacht und verwechselte „heilig sein“ mit: „ohne Dunkelheit sein“. Wenn wir jedoch unsre Dunkelheiten und Unvollkommenheiten ans Licht lassen, wenn wir sie „wahr“-nehmen, bewusst werden, anerkennen, würdigen, ihnen gestatten ein Teil unserer Selbst zu sein, satt sie abzulehnen, Ignorieren und einzusperren, dann kann Friede in unsere Herzen einziehen. Das Bild des erlösten Sünders in der Bibel passt da recht gut, vielleicht vergleichbar mit trockenen Alkoholikern.

Wie all die Anderen willst du den Weg erlernen zu gewinnen. Aber nie willst du den Weg akzeptieren wie man verliert. Das Geschlagensein zu akzeptieren. Zu lernen zu sterben, bedeutet von dem Drang zu Siegen befreit zu werden. So wenn das Morgen kommt, musst du deinen ambitionierten Geist befreien und erlerne die Kunst des Sterbens.

Bruce Lee

Diese Dinge möchten Be-Achtung! In jedem Kollektiv, in jeder Familie gibt es ein Mitglied das „komisch/merkwürdig“ ist. Doch es möchte dazugehören, lieb gehabt und an-ERKANNT sein. Unsere Aufgabe besteht darin, dies zuzulassen. In der Psychologie nennt sich das: Schattenarbeit. Arbeit ist das richtige Wort, denn es ist ein längerer Weg all diese inneren Festlegungen oder karmischen Verstrickungen aufzulösen.

Unterdrücktes wird stark

Sperren wir diese Teile unserer Persönlichkeit weg, werden sie stark und böse und brechen in einem ungünstigen Moment völlig unerwartet und mit aller Wucht hervor. Je länger, umso stärker. Deswegen gehen wir zur Beichte, in die Aufstellungsarbeit oder zur zum Psychologen. Für den der uns die Beichte „abnimmt“ gilt: Zuhören, und es gibt nichts was es nicht gibt. Kein religiöses oder moralisches Urteil, kein Verurteilen. Außerdem bringt diese Unterdrückung auf längere Zeit destruktive Verhaltensmuster, psychischen Krankheiten oder Depressionen hervor. Im schlimmen Fällen von unbearbeiteten kindlichen Traumata kann es auch zu Persönlichkeitsspaltungen führen.

Angst blockiert

Viele Menschen haben Angst. Vor Unglücksfällen, Jobverlust, Krankheiten… Sie sind in der Zukunft gefangen und verpassen das Geschenk der Gegenwart. Der einzige Ort an dem sich das Leben tatsächlich „abspielt“.

Untersuchungen zum Thema Angst haben Folgendes zutage gebracht. Zuerst ist Angst oft ein Mangel an Information. Angst kommt also aus Unwissenheit. Dagegen kannst du etwas unternehmen. Und zweitens: Der allergrößte Teil der in unserem Kopfkino entworfenen Befürchtungen treten niemals ein. Zudem machen uns Ängste anfällig für Manipulation und Kontrolle durch „Wissende“, Führer, Gurus. Ängste sind die größten und effektivsten Kontrollinstrumente der Menschheitsgeschichte. Manchmal führen Ängste zu panischen, „kopflosen“, unsinnigen Handlungen und lassen diese erst real werden.

Lass dein Licht leuchten

Dir ist dein Leben geschenkt, sei zu Hause. Liebe dich. Viele sind leider nicht wirklich zu Hause. Entweder kramen sie im Keller und in alten Kisten und suchen vergangenes, schwelgen in Erinnerungen oder kämpfen mit Schuldgefühlen & Trauer. Oder aber verstecken sich auf dem Dachboden, im Dunklen, mit dem Fernglas in der Hand und schauen ängstlich oder sehnsüchtig in die Zukunft.

Was kann passieren, wenn niemand da und deine Wohnung finster ist? Es besteht die Gefahr, dass eingebrochen wird. Also sei anwesend und schalte dein Licht an (Matt 5,16). Licht beschützt dich. Du siehst was in und um dein Haus herum passiert, dir entgeht nichts. „Finstere Gestalten“ wagen sich nicht in deinen Hof, wenn jedes Mal der Bewegungsmelder angeht. Nur Menschen mit guten Absichten kommen unbekümmert zu dir.

Sei im Hier und Jetzt

Nur wer im hier und jetzt lebt, kann erfolgreich kämpfen. Wer Angst vor dem Tod, vor dem Scheitern hat, wird versagen. Die Samurai dachten im Kampf weder an Frau, Kinder, noch an den möglichen Tod. Sie waren ganz im Moment, ganz im Kampf, sie waren der Kampf, sie waren eins mit dem Schwert…

Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils! – Gott ist bereit, euch zu helfen. Heute ist der Tag der deiner Rettung.

Bibel 2. Kor 6,2 (Gnade althd: um Hilfe bitten, Gratia – Lat: Gunst, Gefälligkeit, Hilfsbereitschaft)

Wer im hier und jetzt lebt, lebt ewig. Für den gibt es kein Morgen, kein Sterben.

Willkommen im Leben
Keep on going – Henryk

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