Fick dich Schicksal

Lesezeit ca.: 5 Minuten

Ich geh an den Computer. Vor mir hat jemand gesurft und den letzten Tab aufgelassen, mit dem Spruch des Tages:

„Setze nie ein Fragezeichen hinter Dinge, hinter die das Schicksal schon lange einen Punkt gemacht hat.“

unbekannt

Ich denke nur: „Fick dich Schicksal“. Ich glaube an Schicksal. Jedoch anders, als es vielleicht die Meisten tun: „Das is eben so, da kann man nichts ändern. Karma halt.“ Fatalismus. Alles faule Ausreden. Angst. Kleingeist. Spießbürgertum. Warmduscher.

Ich dusche trotzdem gern heiß.

Schicksal? Nein!
Ein entschiedenes NEIN! – Image by Ulrike Leone from Pixabay

Nicht passiert ohne Risiko. Ohne Risiko passiert dir nie etwas.

Solange ich atme, kann mich das Schicksal mal.

„Glaubt Ihr denn, der Mensch kann sein Schicksal ändern?“-
„Ich glaube, der Mensch tut was er kann, bis sich sein Schicksal offenbart!“

Katsumoto zu Nathan Algren in „Last Samurai“

So sehe ich das. Das Schicksal öffnet mir eine Tür. Es erfordert mein aktives, ernsthaftes, ausdauerndes Zutun. Und viel Mut hindurchzugehen. Um den weglosen Pfad, der sich einem auftut, zu gehen. Er ist weglos, weil ihn noch niemand gegangen ist. Es konnte ihn niemand vorher gehen, da es mein Pfad ist.

Und, weil es unvertraut ist. Was Neues. Vielleicht „gefährlich“. Ich müsste ja meine Bequemlichkeit verlassen. Meinen Platz, an dem ich mich kuschelig eingerichtet hab, eventuell mit vielen unschönen, schmerzhaften Dingen. Dies ist mir bekannt, macht keine Angst. Da hab ich Routine.

Du bist hier gelandet, weil du dich nicht hilflos dem Schicksal ergeben willst. Weil du im Notfall dem Schicksal ein Schnippchen schlagen willst.

„Ein Mensch der niemals aufgibt, ist unbesiegbar.“

unbekannt

Er weigert sich zu verlieren. Du kannst ihn vielleicht zerstören oder töten. Jedoch auf keinen Fall besiegen.

Einen Kampf erfolgreich – im besten Fall unverletzt – zu überstehen, beginnt im Kopf. Mit einem ersten Schritt einer festen Entscheidung.

Ich werde mich IMMER zur Wehr setzen. Ich werde niemals aufgeben.

Leider haben sich viele unbewusst folgendes Mantra verinnerlicht:

„So etwas passiert nur anderen, mir nicht.“

Hier habe ich für euch eine fiktive Geschichte aufgeschrieben, wie sie leider schon viel zu viele Male passiert ist. Jedoch hat die junge Frau vieles richtig gemacht.

Partynacht – eine Geschichte

Marie war ungeplant auf einer Gartenparty der Freundin einer Freundin. Gleich von dem Büro der Bank aus. Spontan. Das liebte Marie. Sie hatte sich nicht umziehen können. Jetzt ging sie in Mini und Highheels. Egal. Es hatte sich so ergeben. Es gab ein paar Sektchen. Sie hatten viel gelacht und es war spät geworden. Die Straßenbeleuchtung auf dem Weg durch die Gartenanlage war schon aus. Nur der Mond leuchtet ihr heim. Über alledem hatte sie vergessen, ihr Heimkommen zu organisieren. Sie wollte Max anrufen, Ihren Kumpel. Kein Akku mehr. Mist. Ein Garten am Ende der Welt. Sie hatte sich als letzte verabschiedet. Alle anderen waren schon weg.

Sie zog die Absatzschuhe aus und lief barfuß. Es war eine herrliche Nacht. Die Grillen zirpten. Sie hörte es nicht. Die Earpods hatten Ihren Kopf in ein Kino verwandet. Der neue Song von Ed Shereen ließ sie schweben. Mit einem Mal spürte sie ein komisches Kribbeln im Nacken. Es schauerte sie. Sie blieb stehen. Blödsinn. Alles Einbildung. Nur wegen des furchtbaren Zeitungsartikels vor ein paar Tagen.

Sie dachte an den Kurs, den sie seit einem halben Jahr besuchte. Franzi hatte sie überredet, da sie sich alleine schämte. Am Anfang hatte sie keine Lust gehabt. Jetzt machte es ihr Spaß und sie freute sich darauf. Es gehörte fest zu ihrem Wochenplan. Sie waren eine dufte Truppe. Na gut, letztens hatte sie einen ziemlich großen blauen Fleck am Oberarm. Trotz des schönen Wetters, hatte sie am nächsten Tag etwas Langes angezogen, damit niemand dumme Fragen stellt. Vor allem Jörg. So ein Knaller. Immer seine anzüglichen Sprüche, wenn sie zum Kopierer ging. Sie würde endlich mit der Chefin reden. Ihr Trainer hatte sie ermutigt. Frazi drängelte sie deswegen schon länger.

Taschenlampe. Richtig, die Taschenlampe. Sie hatte gleich eine gekauft und in ihrer Handtasche verstaut. Nur drei Euro. Lachhaft. Gut das sie sofort Batterien eingelegt hatte. Sie hält inne, kramt eine Weile herum und hält sie in der Hand. Sie geht weiter. Das fühlte sich gut an. Wie die Blicke des netten Typs am Grill. Sie hatte mit ihm geflirtet. Er roch so gut. Gleich bekam sie wieder Gänsehaut. Angenehme. Sie träumte vor sich hin. In dem Moment steht er vor Ihr, der Typ vom Grill. Wie aus dem Nichts. Sie erschrickt und gibt ein Kiekser von sich. Die Handtasche rutscht von Ihrer Schulter. Sie fühlt sich wie gelähmt. Er ist ganz nah. Sie riecht sein teures Aftershave und viel, sehr viel Alkohol. Er fasst sie an einem Handgelenk und zieht sie zu sich, mit der anderen greift er nach ihrem Po. Er lallt „Du willst es doch auch“.

Ihr wird schlecht, ihr Herz schlägt wie wild, ihr Kopf beginnt sich zu drehen. Das ist ein Traum. Ein Alptraum. Ich will aufwachen. So etwas passiert doch nur anderen. Die Taschenlampe, die Taschenlampe… pocht es in Ihrem Kopf. Wie Feuer fährt es ihr durch den Körper. Adrenalin. Sie leuchtet ihm in die Augen. Er lässt sie brüllend los und hält sich das Gesicht. Ohne nachzudenken schnellte Ihr Knie nach oben. Er schreit erneut und krümmte sich. Mit den Absatzschuhen und der Lampe schlägt sie wie wild auf ihn ein. Kopf, Schultern, Rücken. Er fällt zu Boden. Sie brüllt aus voller Kehle. „Du Schwein nimm deine Pfoten weg. Lass mich sofort in Ruhe“. In ein paar Gartenhäuschen geht das Licht an. Köpfe strecken sich über die Hecken. Ein Pärchen kommt angerannt. Was weiter passiert, sie weiß es nicht mehr.

Die Polizei ist da. Auch Max. Er redet auf sie ein. Sie zittert am ganzen Körper und übergibt sich. Eine junge Frau hält sie. Ihr Arm hat eine Bandage. Warum hat sie eine Decke um den Körper? Was war geschehen?

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