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Die Bedeutung der Gürtelfarben

Geschichtliche Entstehung

Bereit zur Gürtelverleihung

Ursprünglich trugen die Kämpfer nur schwarze und weise Gürtel (Obi). Diese dienten dazu, den Kampfanzug (Dōgi/Budōgi) zusammen zu halten. Erst der Begründer des Judo, Kanō Jigorō führte ab 1880 weitere Farben ein, als sich die Kampfkünste zum Kampfsport (Budosport) entwickelten.

Die Schüler trainierten nun nicht mehr nur in Kleingruppen persönlich bei "Ihrem" Meister, sondern in größeren Gemeinschaften. Getragen wurde: weis, braun, gelb und blau. An Hand der farbigen Gürtel konnte der Meister einfacher den Überblick behalten und die Schüler entsprechenden Untergruppen zuordnen.

Seit 1895 wurden 6 Schülergrade (Kyū) vergeben, wobei 6. der Niedrigste, und 1. der Höchste war. Später wurden hier bei uns im "Westen" weitere Farben hinzugefügt, vor allem um die langen Wartezeiten zur nächsten Prüfung gerade für Kinder zu verkürzen.


Die Bedeutung der Farben

Unterstufe



Weis


Weiß wie der Schnee, der das Land bedeckt. Die Unschuldigkeit und die Hoffnung des Anfangs. Der Schüler ist unwissend doch offen und wissbegierig, alles ist ungewiss. Ruhe und Langsamkeit, statt Kraft und Schnelligkeit. Es fehlt noch das Gefühl für die Bewegungen. Viele Wiederholungen können den Schüler ermüden oder langweilen.

Farbe der Auferstehung und des Friedens, der Wahrheit.


Gelb


Wie der fruchtbare doch noch gefrorene Erdboden am Beginn des Frühlings, auf dem Wissen und Können gedeihen soll. Die Sonne scheint darauf. Der Schüler verliert seine anfängliche Scheu und fragt nach. Vergnügen und Freude an der Kampfkunst durch kleine Erfolge. Er entdeckt erste Schätze seiner Kunst.

Der Schüler sei gewarnt vor der Gefahr von Neid und Eifersucht auf höhere Schülergrade. Er befindet sich in einer aufgeregten Unruhe, Erwartungshaltung.

Gelb steht weiter für: anregend, Veränderung, Entfaltung, Frische, Schwung, Lebenskraft, Dynamik, Bewegung und Energie.


Mittelstufe



Grün


Die ersten Pflänzchen brechen durch, im Schüler reift Erkenntnis. Die Anstrengungen haben sich gelohnt. Er agiert individuell angemessen (feiner abgestimmt) auf die Trainingssituation und besitzt ein vielseitigeren Fundus an Handlungsalternativen. Der Lehrer wird nicht mehr nur kopiert, der Schüler beginnt selbst zu variieren. Das Äußere, das zeigen ist ihm wichtig (cool sein 😎).

Nach dem ersten Überschwang und der Hektik entwickelt sich Ruhe und Konzentration. Es sind gute Grundlagen gelegt und die Bewegungen werden natürlicher. Der Schüler entwickelt heilsame Denkweisen und gewinnt an Selbstachtung und Sicherheit. Der Weg zur Reife liegt noch vor ihm.

Grün steht weiter für: schnelles Voranschreiten, Heilung, Leben, Hoffnung, Lebensfreude, Festigkeit, Frieden und Schutz.


Blau


Der Schüler hat nun ein tieferes Verständnis und soll seine Fähigkeiten zeigen Höheres anzustreben und auch zu erreichen. Der Himmel ist seine Grenze. Die erlernten Techniken werden gut koordiniert und er ist solide in Stand und Haltung. Sein Selbstvertrauen ist (manchmal zu 😉) stark und Verantwortungsgefühl bestimmt das Training mit dem Partner.

Blau steht weiter für: beruhigend, langsam, Sehnsucht, Geistiges, Pause, Erholung, Mitte, unbegrenzte Dimension, Zusammenarbeit, Harmonie, Hingabe und Freundschaft.


Zwischenstufe



Violett


Farbe der Erwartung, der Besinnung, des Verstandes und Wissens, der Ewigkeit, jedoch AUCH des Sterbens! Violett bzw. Purpur wurde zur Farbe der Könige und Priester (neben rot und schwarz). Sie steht ebenso für Leidenschaft, Sinnlichkeit, Exklusivität, Individualität, Extravaganz, Macht, Überheblichkeit und Eitelkeit. Alles erscheint möglich.

Der Schüler sei jetzt sehr achtsam und arbeite daran, ungute Verhaltensweisen abzulegen. Die Enttäuschung beim erkennen der eigenen Unvollkommenheit kann ihn schwermütig machen. In diesem Stadium steht der Schüler in großer Gefahr ins "rein sportliche" abzugleiten und den ernsthaften Weg des Kämpfers zu verlassen.

Violett steht weiter für: Vereinigung der Gegensätze. Die Brücke zwischen Können und Geist, zwischen Erde und Himmel. Zeit der Geburt und des Neuwerdens, der Transformation. Die Farbe der Einweihung. Führt nach Innen, vertieft. Der Weg ist mystisch und geheimnisvoll.


Oberstufe



Braun


Der Schüler ist bodenständig, freundlich und angenehm im Umgang. Er meistert seinen Alltag und steht in der Realität. Er ist versöhnt mit seiner Vergangenheit und ganz bei sich Selbst. Er erinnert an die Rinde des großen und starken Baumes. Die Techniken sind gefestigt und der Schüler arbeitet selbständig. Sein Stand ist sicher. Er erklimmt den Berg zur Meisterschaft.

Da der Weg lang ist, besteht die Gefahr der Mutlosigkeit, Schwermütigkeit und Niedergeschlagenheit.

Braun ist Träger und Stoff des Lebens. Steht für Echtheit, Sicherheit, Festigkeit und Einfachheit. Das Äußere ist unwichtig geworden.


Schwarz


Schwarz, die Farbe der Meisterschaft und des Weltalls, die alle Farben einschließt, dass Symbol für Wissen, Erfahrung und Autorität des Lehrers. Männlich und Kraftvoll. Der Kämpfer hat das gesamte Licht / Wissen in sich aufgenommen. Das Ego tritt in den Hintergrund, es geht um die Sache an sich.

Der Schüler hat seine Kunst, den Weg und vor allem sich Selbst gemeistert. Schwarz ist ein neuer Anfang, er bleibt weiter Schüler.

Steht für: Eleganz, Macht, Bedrohlichkeit, Würde, Exklusivität, Individualität, Nüchternheit, Sachlichkeit und Kompetenz. Jedoch auch für: das Nichts, Unsichtbarkeit, Trauer, Tod und Gefahr.


Die Wirkung der Gürtelfarben

Orientierung



Zu aller erst erleichert dem Trainer den Überblick bei größeren Gruppen, zeigt die Dauer der Zugehörigkeit und den technischen Stand (engl.: Level) des Trägers. Das hilft grade auch den "Neuen" sich zu orientieren und bei "Älteren" Fragen zu stellen.


Psychologische Wirkung der Farben



Doch viel wesentlicher ist die psychologische Wirkung auf den Schüler. Die Ausszeichung die neue Farbe tragen zu dürfen, etwas geschafft zu haben, stolz auf sich sein zu können.

Erstaunlich ist oft der Entwicklungssprung im Training NACH der Verleihung. Eine Art "selbsterfüllende Prophezeiung". Es fühlt sich toll an endlich die neue Farbe tragen zu dürfen, jedesmal in der Umkleide, beim Anlegen des Gürtels denkt der Schüler daran (selbst mir als Lehrer geht es nach vielen Jahren immer noch so). Die Positive Erwartung des Trainers, der Anderen ("Du bist jetzt ein Grün-Gurt!") spornt an. Der Träger will der Verantwortung und dem erreichten Wissenstand durch sein Verhalten und die Leistung im Training gerecht werden.


Sozialer Status



Einen neuen Gürtel tragen zu dürfen, zeigt auch die (soziale) Anerkennung durch den Lehrer bzw. bei den Dan-Graden durch die verleihende Organisation. Es ist eine "Auszeichnung". Grüppchenbildung (oder auch Auf-/Abwertungen) nach Farben sollte eigentlich durch die wachsende Reife der Schüler ausbleiben und wiederspricht dem Gedanken der Gleichheit. Ansonstern sorgt der Trainer für eine gute Durchmischung und spricht gezielt einzelne an.


"Jeder Lehrer bleibt Schüler, jeder Schüler zugleich ein Lehrer"
unbekannt



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