MSE - PROTACTICS
Wir trainieren nach dem mehrfach ausgezeichneten System PROTACTICS/MSE von MICHAEL STAHL

Die Bedeutung der Dangrade

 

Der begehrte "SCHWARZ-Gurt"


Schwarz und auch der "Schwarze Gürtel" ist die Farbe der Meisterinnen und Meister und nur diesen vorbehalten. Schwarz, steht für das Weltall, vereinigt alle anderen Farben in sich und ist somit die stärkste aller Farben.

Schwarz symbolisiert ebenso die Autorität, das Wissen und die Erfahrung der MeisterInnen. Daher dürfen auch nur Dan-TrägerInnen Doboks (Trainingsanzüge/Gi/Dogi) mit einem schwarzen Revers tragen, so wie generell alle Verzierungen am Trainingsanzug in Schwarz nur den MeisterInnen zustehen.


Quelle: WIKIPEDIA - Gürtel und Graduierungssystem im Taekwondo »




Der begehrte Schwarzgurt wird verliehen

Historisches Verständnis


Im überlieferten Verständnis des Budo haben die Dangrade weit weniger Bedeutung als in unserer westlichen Welt. Wobei die Anforderungen dort wesentlich höher sind und ein Schwarzgurtträger nicht automatisch als Experte auf seinem Gebiet gilt.

Die Verleihung ist zum einen Lob & Auszeichnung für die jahrelangen Anstrengungen und zum anderen Aufforderung weiterhin unablässig zu lernen und zu studieren.


Immer noch Schüler


Vielmehr gilt Schwarz = Weiß. Der Lehrer bleibt ein Schüler. Der 1.-4. Dan sind weiterhin Schülergrade. Erst ab dem 5. Dan, dürfen sich die Träger als MeisterInnen sehen. Vor allem geht es darum sich selbst zu meistern. Nicht vorrangig um Technik, sondern um Charakter.


"Erst wenn man begreift, dass traditionelle Kampfkunst gleichermaßen Test als auch Übung des Charakters darstellt, kann man nachvollziehen, worauf die besondere Stellung des Meisters gründet."
T. Schlaméus - Über die Ursprünge der Meisterverehrung »


Warum die Welt echte MeisterInnen sucht » (Artikel auf meinem Blog)

Mehr interessante Infos zur Entstehung der Farbgürtel und Dangrade »

GRASHÜPFER, MEISTER, GROSSMEISTER» (Scheibenkleister 😆)

Üben - jetzt erst recht


Karateka kickt am Boxsack

Es werden weiterhin dieselben Techniken trainiert, doch erst jetzt besteht die Möglichkeit diese selbständig zu verändern, anzupassen, weiterzuentwickeln.

Es ist der Weg der Freiheit, des über die reine Technik hinauswachsen. Es bedarf weiterhin der Anleitung des Meisters und der Meisterin um zu wachsen und das vorhandene Wissen zu vertiefen.


"Das Dan-System folgte dem Gedanken, dass Wissen und Können stets wachsen können und grundsätzlich nicht nach oben begrenzt sind."
Bennett, Alex: Jigoro Kano and the Kodokan »



Alter und Wartezeiten zwischen den Graduierungen

Je nach Kampfkunst oder Organisation werden die Dan-Graduierungen differenziert gehandhabt. Einige Schulen vergeben einen Junior-Dan schon ab dem 12. bzw. 14. Lj. Häufiger jedoch wird der 1.Dan frühestens ab Volljährigkeit verliehen. Meist erwartet man von den SchülerInnen dazu den "obligatorischen" Bruchtest (z.B. beim Taekwondo).

Bis zum 5. Dan werden (üblicherweise) Prüfungen bei höher graduierten MeisterInnen in der eigenen Schule abgelegt. Oft gehört dazu auch eine schriftliche Arbeit zu theoretischen / philosophischen Aspekten der Kampfkunst. Meist ist dies dann die letzte technische Prüfung.

Ab dem 6.Dan erfolgt eine Verleihung mehrheitlich nur noch durch den übergeordneten Verband bei außerordentlichen Leistungen.

Beim Judo werden bis zum 8.Dan Graduierungsturniere durchgeführt, bei denen die Anwärterin eine bestimmte Anzahl an Punkten "sammeln" muss. Gewinnt die Judoka hintereinander sechs Kämpfe (mindestens 5 davon von mit Ippon - einer Art KO durch eine besonders gute Technik), erreicht sie sofort die nächsthöhere Graduierung.


Wieviele Dangrade gibt es?


Üblicherweise gibt es 10. Dangrade. Einige Systeme graduieren nur bis zum 9. Dan, der 10. bzw. 11. Dan wird dann teilweise nur posthum (nach dem Tode) verliehen, wenn herausragende Verdienste für diese Kampfkunst oder den Verband geleistet wurden. Bei einzelnen Wing Tzun-Organisationen können LehrerInnen bis zum 12. Dan aufsteigen. Bei Mindestalter und Wartezeiten gibt es große Unterschiede.

Ich meine vor kurzen irgendwo gelesen zu haben, dass in den USA unterdessen sogar der 20. Dan (Hä?) erreicht werden kann. Da kommt man doch auf den Gedanken, dass das mit dem Weg der Kampfkunst nur noch wenig zu hat und es doch eher um das Geschäft geht.


Welche Farben haben Dan-Gürtel?


In aller Regel werden "Schwarzgurte" getragen. Oft sind diese dann nach vielen Jahren ziemlich zerschlissen (manche helfen extra mit der Drahtbürste nach). Damit diese dennoch zu unterscheiden sind, werden "Dan-Balken" aufgenäht.

Zu besonderen Anlässen tragen die höheren Dangrade (ab 6. Dan) Gürtel in rot-weiß/rot-schwarz oder rot (ab 9. Dan). Manchmal tragen die ranghöchsten LehrerInnen mit dem 10. Dan wieder einen "Weißgurt" (in manchen Systemen "rot-weiß") um die Vollendung anzudeuten.

Zudem werden auch "Ehren-Dan" in schwarz-gold ausgegeben. Ab dem 7. Dan darf der Titel Großmeister verwendet werden. Weltweit gibt es im Karate momentan zwei lebende Karateka, welche mit dem 10. Dan der JKA (Japanese-Karate-Association) ausgezeichnet wurden.


Alter und Wartezeiten bei den Dangraden


DangradeMindest­alterWarte­zeitKampf­kunst­jahre
Schüler/Techniker-Grade
1.Dan    Schwarzgurt1813-7
2.Dan    Schwarzgurt18-2026-9
3.Dan    Schwarzgurt232-310-11
4.Dan    Schwarzgurt293-415
Meister-Grade
5.Dan    Schwarzgurt30/36/50!3-520
6.Dan    Meistergurt rot-weiß Meistergurt rot-schwarz35/444-525
Großmeister-Grade
7.Dan    Meistergurt rot-weiß Meistergurt rot-schwarz42/535-630
8.Dan    Meistergurt rot-weiß Meistergurt rot-schwarz50/605-740
9.Dan    Meistergurt rot-weiß60/705-850
10.Dan  Meistergurt rot-weiß Meistergurt rot-weiß60/70/805-9

Kampfkunstübergreifende DAN-Graduierung


Es ist auch möglich sich Kampfkunst-/Verbandsübergreifend prüfen und graduieren zu lassen. Gerade für Schulen/Lehrer, die keinem eigenen Dachverband angehören ist das eine gute Möglichkeit weiterzukommen. Viele Verbände bemühen sich darum, dennoch hat sich bisher nichts einheitliche etabliert.

Immer wieder versuchen einzelne Schulen internationale, europäische oder deutsche Organisationen / Dach-Verbände zu gründen und sind dann die einzige teilnehmende Schule oder kommen leider nicht über wenige angeschlossene Vereine hinaus. Bei manchen Budo-Verbänden beschleicht einen eher das Gefühl, es gehe nur um zahlende Mitglieder.

Hier eine Auswahl von Verbänden, welche mir seriös erschienen:



Bezeichnung und Bedeutung der Dangrade


DangradeBezeichnung
"Der Krieger!" - die Techniker-Grade (1.-4.Dan)
Senpai - Der Ältere
1.Dan    Schwarzgurt  Suchender Schüler nach dem Weg
2.Dan    Schwarzgurt  Schüler am Anfang des Weges
3.Dan    Schwarzgurt  Anerkannter Weg-Schüler
4.Dan    Schwarzgurt  Experte der Technik
Die geistigen Meister/Lehrergrade (5.-10.Dan)
Grade des Wissens - (5.-6.Dan)
Experte der Übung
5.Dan    Schwarzgurt  Sensei - Lehrer des Weges
  Grad der Bewusstwerdung
6.Dan    Meistergurt rot-weiß Meistergurt rot-schwarz  Renshi - Kenner des Weges
  Experte der Übung(sleitung)
Grade der Reife (7.-10.Dan)
Kyoshi - Experte des Unterrichts
7.Dan    Meistergurt rot-weiß Meistergurt rot-schwarz  Meister/Gelehrter des Weges
  Experte des Lehrens, Weg der Freiheit
8.Dan    Meistergurt rot-weiß Meistergurt rot-schwarz  Weg der Erkenntnis
Hanshi - Vorbildhafter Lehrer
9.Dan    Meistergurt rot-weiß  Weg der Vervollkommnung und Spiritualität
10.Dan  Meistergurt rot-weiß Meistergurt rot-weiß  Der verwirklichte Mensch

Titel sind nicht alles..


Was Dorin Genpo Osho in dem Artikel "Etikettenschwindel" schreibt, kann so - leider - auch ungeändert auf die Graduierungspraxis einiger westlicher Kampfkunstschulen bzw. Systeme übertragen werden:


"Bei manchen Ablegern japanischer Gemeinschaften (o. Kampfkünste) scheint es nur darum zu gehen, so schnell wie möglich an einen Titel zu kommen. Und wenn man ihn nicht bekommt, kreiert man sich was eigenständiges. "
Dorin Genpo Osho / Hans Rudolf Döring
(connection special 46 - S. 28 - 1/2000)



Das Dan-Modell

Die Entwicklung des Menschen auf dem Weg zur Meisterschaft, darf man sich nicht unbedingt als hierarchisches Pyramidenmodell vorstellen, ähnlich der Maslow zugeschriebenen Bedürfnispyramide. In welcher immer eine untere Stufe erfüllt werden muss, um erst danach zur nächst höheren aufsteigen zu können.


"Maslow (jedoch) ging von einer möglichen Gleichzeitigkeit in der Aktivierung verschiedener Bedürfnisklassen aus, die ein munteres Auf und Ab ermöglichen."
Maslows Bedürfnispyramide - Der Jahrhundertirrtum in der Managementlehre
Beschreibt auch warum dieses einfache, optisch ansprechende Modell, bei uns Menschen so viel Eindruck hinterlässt.


Das Tonnen-Modell


Eine Wassertonne mit verschieden langen Dauben

Eher passt die Idee eines Fasses, mit einzelnen Dauben unterschiedlicher Länge. Dies sind die Langhölzer, aus welchen das Fass gezimmert und mit Metallreifen zusammengehalten wird. Das "Tonnen-Modell", ebenso bekannt als Minimum-Tonne oder Minimumgesetz.

Jedes Holz steht für einen Dan bzw. einen Entwicklungsschwerpunkt unserer Persönlichkeit. Diese entfalten sich in all unseren Lebensphasen gleichzeitig, jedoch jeweils unterschiedlich stark. So existieren jederzeit längere und kürzere Dauben.

Egal wie gut wir anderweitig wachsen, das kürzeste Holz - der Minimumfaktor - markiert unsere momentan höchstmögliche Entwicklungsgrenze. Gleichzeitig ist dies der Punkt, bei welchem sich Veränderungen maximal auf unser Wachstum auswirken.

Erst bei unserer Vollendung 😇 - in diesem Modell der 10. Dan - wenn alle Dauben die gleiche Länge haben, ist das Fass komplett.

Das Wasser versinnbildlicht unser mögliches Potenzial, unsere Gabe/Begabung/Talent. Am niedrigsten Holz läuft sozusagen das Wasser aus "unserem Leben". Wir können unser Potenzial nicht voll ausschöpfen.

Unser Wachstum ist begrenzt durch unsere "niedrigst entwickelte" Kompetenz. Wobei es nach oben kein Limit gibt. In der Kampfkunst heißt es beim Blaugurt: "Der Himmel ist die Grenze".

Es ist ein Bild, eine Metapher, Ver-Sinn-Bildlichung, um etwas Unsichtbares fassbar, vorstellbar zu machen. Ein Bild kann nie die Wirklichkeit abbilden, so wie ein Foto niemals abbilden kann, was du z. B. im Grand Canyon erlebt hast. Und das ist nur eine Idee, den Weg des Danträgers für unser Gehirn greifbar zu machen. Vielleicht haben wir viele Tonnen in unserem Leben mit unterschiedlich entwickelten Potenzialen.


(Bild Quelle: Wikipedia - Die Minimum-Tonne)

Individuation - Unsere Lebensreise


Der Weg des "Dan-Träger's" kann zu einem integralen, umfassenden, lebensbejahenden Konzept der Persönlichkeitsentwicklung, hin zu ganzheitliches Bewusstsein, werden - WENN, ja wenn Du denn willst.

Es vereint alle Alterstufen, vom Kind bis zum Greis und hilft Schwerpunkte zu erkennen und zu "meistern". Unsere ganz persönliche Heldenreise* auf der Suche nach Erlösung.

Jeder von uns gelangt in seinem Leben früher (oder eher) später an eine "ultimative" Grenze. Die Frage ist, machen wir uns auf den Weg, um den Gegener - uns Selbst / unseren Schatten - zu "besiegen"? Erst dann können wir ihn als "erlösten" Teil in unserem Leben einen festen Platz zuweisen.


In der psychoanalytischen Theorie Carl Gustav Jungs bedeutet Individuation, als Mensch zu dem zu werden, der man wirklich ist, und stellt somit einen Differenzierungsprozess dar, der die Entfaltung aller Fähigkeiten, Anlagen und Möglichkeiten eines Individuums durch stufenweise Bewusstwerdung und Realisierung des Selbst zum Ziel hat.

Auf dem Weg der Individuation ist der Mensch immer wieder gefordert, sich aktiv und bewusst den neu auftauchenden Problemen zu stellen und seine Entscheidungen vor sich selbst zu verantworten. Bei der Individuation liegt der Schwerpunkt auf der Differenzierung der individuellen Persönlichkeit, wobei der Individuationsprozess einen lebenslangen, unvollendbaren Prozess mit einer stetigen Annäherung an ein fernes Ziel, das Selbst darstellt, für den der Tod die letzte Grenze ist (Finalität).


Quelle: Individuation (Stangl, 2021).Verwendete Literatur Stangl, W. (2021). Stichwort: 'Individuation – Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik'.

*) In Beratung und Therapie findet die Idee der Heldenreise u.a. beim Psychodrama, der Systemischen Arbeit und der Aufstellung Anwendung.


Das Ziel unserer Heldenreise - die transpersonale Ebene


Nachdem sich unser Ego gut entwickelt hat und wir es erblühen lassen haben, besteht im fortgeschrittenen Alter ein Bedürfnis, das Ego wieder loszulassen und herauszufinden, wer wir jenseits dessen - aller Rollen und allen Besitzes - sind. Ein gesellschaftliches Problem ist, dass wir das Ego hypen und die transpersonale Phase negieren. Die persönliche Entwicklung bleibt dadurch unvollendet und so sterben viele Menschen unerlöst. (nach Veit Lindau - Modul Essenz)


HINWEIS


Bitte lest die folgenden Texte unter diesen Aspekten:

Die einzelnen Dan-Stufen repräsentieren den persönlichen, technischen bzw. geistigen Entwicklungsstand der Weg-SchülerInnen in speziellen Bereichen. Manche Kompetenzen die erst einem höheren Dan zugeschrieben werden, sind durchaus schon vorhanden, jedoch möglicherweise erst gering ausgebildet oder in ihrer Stellung im Gesamtbild noch unausgewogen.

Da es sich bei dem Modell der DAN-Stufen um ein philosophisches Konzept handelt, ist es sicher hilfreich, die nachfolgenden Texte eher als Gedankenanstoß, Motivation, Zielsetzung oder persönliche "Arbeitsanleitung" zu betrachten.

Danke
Henryk Hauptmann - © 2019-21



Schüler und Meister

Meisterschaft ist die Bereitschaft zu gehen, Schritt für Schritt und sich selbst hinzugeben. Ich opfere mein kleines Ich und verschreibe mit mit Allem dieser einen Sache. Ich treffe eine bewusste Wahl für diesen Weg und das Streben nach Exzellenz.


Übersicht Schüler vs. Meister

Quelle: Schüler vs Meister by Veit Lindau - LTC Modul Meisterschaft



1.-4. DAN - Die Techniker-Grade

Diese werden meist auch mit dem Prädikat "Der Krieger!" versehen.


"Für einen Dan legt man eine Prüfung ab, bei der es sich nicht mehr nur um die physischen Techniken dreht, sondern auch um geistige Reife und körperlich-geistige Balance. Bereits als Voraussetzung zum 1. Dan muss man sämtliche Grundtechniken des Taekwondo beherrschen. Bei allen weiteren Dan-Prüfungen dreht es sich um Vervollkommnung. Deswegen werden die hohen Dan-Prüfungen nur von wirklich reifen Meistern abgenommen.

Es reicht nicht aus, Techniken vorführen zu können. Der Schüler geht immer wieder um die Kurve auf seinem Weg und lernt etwas Neues. Auf diese Weise perfektioniert er seine Technik immer weiter und erhält sich die Frische seiner Fähigkeiten. Es reicht nicht aus, etwas nur zu können. Man muss es auch praktizieren. Man muss es anfüllen mit seinem Herz."
Gewinnen ohne zu kämpfen - Taekwondo oder Die Entdeckung der Werte »
Christian Seidel



1. DAN - Suchender Schüler nach dem Weg

ENDE & NEUANFANG


Karateka mit Schwarzgurt

Den ersten Schwarzgurt (Shodan = kleiner Grad o. Anfangsgrad) zu erreichen meint, die Basis aller technischen Fähigkeiten - auf hohem Niveau - zu beherrschen, eine "Vorahnung" über das Wissen der Techniken. Die Trainierenden beginnen von vorn. Es ist der Anfang einer langen Reise auf dem Weg zu den Meister-Graden, einer Reise zu geister Reife.

Jetzt beginnt die eigentliche Ausbildung für die, welche bis hierher durchgehalten haben. All jene, für welche es um mehr geht, als möglichst schnell den nächsten Gürtel zu bekommen oder Pokale. Es geht um das tiefe Verstehen der Kampfkunst, des Weges. Erst jetzt ist die Trainierende eine "wahre" Schülerin.


"Der schwarze Gurt und der weiße Gurt sind beide gleich. Der Weiß-Gurt ist der Beginn der Technik, der Schwarz-Gurt der Beginn des Verstehens. Beide sind Anfänger."
Unbekannt


Sehr gueter Artikel zur Bedeutung des Schwarzgurtes »

POTENZIAL


Der 1. DAN ist am schwierigsten zu erreichen, dennoch beinhaltet er das Potenzial zu schnellem Wachstum. Er ist eine Berufung zu Leiterschaft, den anvertrauten Menschen freundlich Hilfestellung & Ermutigung zu geben sowie (endlich) eigene Pläne umzusetzen.


ANERKENNUNG


Andere schauen ehrfurchtsvoll, vielleicht auch etwas neidisch, zu ihm auf und sehen in ihm ihren Anführer. "Schwarzgurtträger" zu sein, ist in der öffentlichen Wahrnehmung mit hohem Ansehen verbunden.


HERAUSFORDERUNG


Frau mit Schwarzgurt beim Karatetraining

Der DAN-Träger hat viele Jahre ausdauernd trainiert, sich motiviert und Erfahrung gesammelt. An den gewachsenen Fähigkeiten ist seine Einstellung nun sichtbar geworden. Er erkennt immer öfter, dass es beim erlernen einer Technik um viel mehr geht, als diese zu beherrschen.

Er beginnt erste Zusammenhänge zu erahnen. Den 1. DAN charakterisiert seine Bereitschaft, sich auf die Herausforderung des zweifachen Weges einzulassen, die Verbindung von Geist und Technik.


"Für mich ist der Schwarze Gürtel Auszeichnung und Last. Geschenk und Aufgabe. Die Verantwortung, außerhalb vom Dojo, ohne Gi und Obi, meisterlich zu Leben und zu Handeln. Das, was ich auf der Matte von meinen SchülerInnen erwarte, selbst zu tun. Jeder neue Tag ist die Frage des Universums, ob ich würdig bin ihn zu tragen."
Henryk Hauptmann - 23.05.2021 Pfingsten


GEFAHREN


Es besteht die Gefahr sich mit dem scheinbar Erreichten zufriedenzugeben und dadurch in der Entwicklung zu stagnieren. Zusätzlich kann die neue herausgehobene Stellung ihn von der Gruppe isolieren und zu Gefühlen der Einsamkeit führen.


VORBILD


Er ist jetzt ein Vorbild und aufgerufen dies zu leben. Achtsamkeit ist angeraten, um Überheblichkeit sowie Egoismus zu vermeiden. Das Wohl der Gruppe steht im Vordergrund. Er ist zielstrebig, konzentriert, erfolgreich, kreativ und lässt sich begeistern. Gleichzeitig sollte er darauf achten, nicht zu energisch zu sein. Neuen Wegen und Ideen steht er aufgeschlossen gegenüber. Er hat sich das Vertrauen der Gruppe verdient.



2. DAN - Schüler am Anfang des Weges

Schwarzgurtträger trainiert am Strand

Die Reise auf dem Weg zu "wahrer" Meisterschaft stellt an die Reisenden gewisse Bedingungen. Die "Schülerin am Anfang des Wegs" hat dies nun verstanden und beweist es täglich durch ihre innere und äußere Haltung.


LEHRER WERDEN


Es fällt der "Weg-Schülerin" leicht ihre Kompetenz im Lehren weiter zu verbessern. Mut und Ausdauer vorausgesetzt, kann sie es mit ihrem Lehrmandat sehr weit bringen, wenn sie bereit ist "Neuland" zu betreten.


TRANSFER IN DEN ALLTAG


Sie hat erkannt, dass Kampfkunst nicht nur im Dōjō stattfindet, sondern beginnt ihr Wissen auf weitere Lebensbereiche auszuweiten ("Die 20 Regeln des Karate").

Es ist an der Zeit, über den Tellerrand der eigenen Kampfkunst zu schauen um neue Stile / Techniken zu erlernen und diese in den eigenen "Fundus" zu integrieren.


UNENTSCHLOSSENHEIT


Dieser DAN steht im Besonderen für Ying & Yang, männlich & weiblich, Licht & Schatten und somit für die Ambivalenz und Unentschlossenheit seiner Trägerin. Bleibt die Schülerin beständig und bescheiden, wird der beschrittene Weg zum Erfolg führen.

Sie spürt das sie den "Anfang des Weges" erreicht hat und ist sich der vielen Hindernisse, welche noch vor ihr liegen, durchaus bewusst. Ihr Entschluss ist jedoch noch nicht endgültig, diesen Herausforderungen konsequent entgegentreten zu wollen.


GEFAHREN


Die größte Gefahr besteht in dieser Stufe darin, die notwendigen Konfrontationen und "Prüfungen" zu vermeiden, sich durch zu lavieren. Vergisst sie ihren Status als Schülerin und beginnt ihr Wissen und gutes technisches Können zu überschätzen oder lässt sich dazu hinreißen sich zu profilieren, verpasst sie dadurch eine hervorragende Gelegenheit auf weiteres Wachstum und wird die Meisterschaft nicht erreichen.


MERKMALE


Folgende Charakterzüge kennzeichnen die "Weg-Schülerin" in dieser Zeit:


  • Sanftmut
  • Gewissenhaftigkeit
  • Bescheidenheit
  • Ausgeglichenheit
  • Liebenswürdigkeit
  • Diplomatie
  • und ausgeprägte intellektuelle Fähigkeiten

Jedoch ist sie in diesem Stadium weniger kreativ, da sie weiterhin ihrer Lehrerin verpflichtet ist.


LANGSAMKEIT


Nach der Glückseligkeit, dem Überschwang und dem berechtigten Stolz des ersehnten 1. DAN, ist die folgende Stufe eher ruhig, langsam und stetig. Nimmt sie sich selbst zurück, können in dieser Danstufe viele "Weg-GefährtInnen" und Freunde gefunden werden.



3. Dan - Der anerkannte Weg-Schüler

INTEGRITÄT


Das Ziel vor Augen, ist der Danträger unerschütterlich entschlossen den eingeschlagenen Weg (DO) bis ans Ende seiner Tage fortzuführen. Es gibt nichts was ihn davon abhalten kann.

Von den kommenden Herausforderungen lässt er sich nicht (mehr) einschüchtern. Seinem Lehrer, seiner Schule, seiner Kampfkunst und seinem Weg bleibt er treu ergeben. Er ist eine gefestigte Persönlichkeit.


BEFREIUNG


Kämpfer mit Schwarzgürteln

Seine Kampfkunst ist ein untrennbarer Teil seines Lebens und Wesens geworden. Oft kann er den Meister in sich wahrnehmen und beginnt entsprechend zu handeln. Dadurch unabhängig geworden von seinem technischen Können, Wissen und Verstehen eröffnet sich ihm die Freiheit, den erlernten Stil neu zu interpretieren und seine eigene Handschrift zu geben.


AUSGEGLICHENHEIT


Wie in dem Bild des Ying-Yang, sind seine hellen und dunklen Seiten im Gleichgewicht. Nach einem stürmischen Weg voller Höhen und Tiefen hat er seinen inneren Frieden gefunden und ist zur Ruhe gekommen. Alles an ihm strahlt Harmonie aus. Je nachdem was notwendig ist, kann er Licht zu Dunkel und Dunkel zu Licht wandeln, um einen Ausgleich der Kräfte herbeizuführen.


GEFAHREN


Das Erleben dieser Zeit ist lebendig und geprägt von Fröhlichkeit, dessen ungeachtet kann Oberflächlichkeit und Müdigkeit zu Stagnation in seiner Entwicklung führen, wenn der "Schüler" sich mit dem erreichten Stand zufriedengibt und seine Unterrichtsmethoden nicht weiterentwickelt.

Der Weg hat das Potenzial zu schnellem Wachstum, Anerkennung und Ehre. Jedoch können spontane Einfälle oder impulsives Agieren zum Verlassen des Weges und zum Verlust seiner Geisteshaltung / Überzeugungen führen.


ANFORDERUNGEN


Seine Stellung fordert Erfindungsreichtum, Neugier und die Fähigkeit zur Problemlösung.


MERKMALE


Folgende Charakterzüge kennzeichnen den "anerkannten Weg-Schüler":


  • energisch
  • fantasievoll
  • geistreich
  • begabt
  • lebendig
  • stolz
  • erfolgreich
  • im Inneren unabhängig
  • ausgeprägter Sinn für die Gemeinschaft


4. Dan - Expertin der Technik

SYNTHESE


Der Weg ist zum Lebensprinzip geworden und gleichzeitig der Beginn des Budo. Die körperlichen und technischen Grenzen sind erreicht, neue Herausforderungen stehen an. Durch die Kontrolle der Gedanken, Atmung und Kraft (Ki) erreicht sie bei den Übungen die maximale Wirkung.


PERFEKTION & AUTORITÄT


Die Schülerin ist fest mit ihrem Weg verbunden. Die Theorie, Praxis und vor allem die geistigen Aspekte der Kampfkunst haben sie durchdrungen und werden im Alltag gelebt. Bei allem, was sie tut, ist sie auf der Suche nach innerer Vollkommenheit und Wahrheit, dem Weg zu authentischer Meisterschaft. Sie hat nicht nur Autorität aufgrund ihres Wissens und Könnens, jetzt ist sie eine Autorität.


AN DER SCHWELLE


Doch noch ist sie keine Meisterin, sie steht an der Schwelle zu den Stufen des Wissens (5.-6. Dan) und der Reife (7.-10. Dan). Allerdings sind diese, wegen der hohen Anforderungen an den Schüler, nur schwer zu erreichen.

Die korrekte innere Haltung steht vor dem Beherrschen der reinen Technik. Von der Dan-Trägerin werden Kenntnisse der Geschichte, der philosophischen Grundlagen ihrer Kampfkunst und Geübtheit in Achtsamkeitstechniken erwartet. Das Erreichen des 4. Dan ist ein hohes Ziel, jedoch ebenso nur ein weiterer Schritt auf dem Weg und sollte nicht überbewertet werden.


BESTÄNDIGKEIT


Landstrasse mit Bäumen

Wer diese Stufe erreicht, wird bestätigen das Strenge, Ernsthaftigkeit, Geradlinigkeit, Regelmäßigkeit und auch Schönheit diese Passage kennzeichnen.

Wenn die Dan-Trägerin hartnäckig bleibt, sind materieller Erfolg, hohe Auszeichnungen und die zunehmende gesellschaftliche Anerkennung gewiss. Vorausgesetzt, sie nimmt weiterhin regelmäßig an Prüfungen und Fortbildungen teil.

Dieser Dan steht für das Materielle, Unverwüstliche und Konkrete und gilt als besonders konstant und vollkommen in substantieller und geistiger Hinsicht. Er vereint das Männliche und Weibliche.


MERKMALE


Folgende Charakterzüge kennzeichnen "technische ExpertInnen":


  • Fleiß & Ausdauer
  • praktische Veranlagung
  • Bodenständigkeit
  • Gelassenheit, Besonnenheit & Souveränität
  • Gut organisiert in seiner Lehrbefähigung
  • öffentlich anerkannt


Die Lehrer & Meistergrade

Jemand der Treppenstufen hinauf geht

Erst jetzt sind die Lernenden wahre Meister- und LehrerInnen: Mit Herz, Geist und Seele. Sie sind die Menschen mit Bewusstsein.

Die Abschnitte des Wissens und der Reife liegen jetzt vor ihnen. Die Kunst ist verinnerlicht und ein untrennbarer Teil des Lebens. Der Mensch und der Weg sind eins. Mit den philosophischen Grundlagen ihrer Kunst sind sie vertraut.

Umfangreiches Wissen, Gespür, Abgeklärtheit und eine unerschütterliche innere Haltung zeichnen den Weg aus. Gerade auch im Alltag leben sie den DO. Kompetenz und Glaubwürdigkeit stärken die Vorbildfunktion und unterstreichen deren Rolle als maßgebliche Autorität.



5. Dan - Experte der Übung
Erwachen der Bewusstheit

REIFUNG


Steinmännchen

Dieser Dan wird nicht vor dem Alter von 30 verliehen (Rainer Grytt schreibt: 50!).

Er verkörpert das gesamte Leben des Kampfkünstlers - Bewegung. Freiheit, Schnelligkeit, Kraft, Beharrlichkeit, Geschicklichkeit und symbolisiert das Erreichen einer höheren Ebene. Ein Mensch mit reifem Bewusstsein.

Zwanzig Jahre Praxis in den Kampfkünsten prägen den Adepten. Training, Schweiß, Schmerzen, Durchhalten und Kampf, vor allem mit sich selbst, haben ihn geformt und zum Meister werden lassen. Er ist nun kein Schüler mehr.


UNTEILBAR


Hohes Wissen, Lebenserfahrung und ein starker Geist machen ihn aus. Der Weg des Kämpfers hat ihn durchdrungen, gleichwie er ihn. Er ist ein untrennbarer Teil seiner Persönlichkeit geworden. Mit seinem ganzen Sein ist er ein Meister der Kampfkunst. Er ist ein Vorbild und eine Autorität.


GEFAHREN


Exzesse auf persönlicher oder sportlicher Ebene bringen unüberschaubare Risiken mit sich und können dem Meister gefährlich werden. Er ist ein Feind aller Mittelmäßigkeit. Unklare Zustände kann er nur schlecht ertragen. Um sich zu schützen, muss er mit kompromissloser Beständigkeit gegen sich Selbst und Andere agieren.


MERKMALE


Der "Sensei" (Lehrer) zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:


  • Risikobereitschaft
  • Vielseitigkeit
  • Sympathisches Auftreten
  • Intelligenz
  • Beweglichkeit
  • Geschäftstüchtigkeit
  • Reist gern
  • kurzweiliger Gesprächspartner
  • Inspirierend


6. Dan - Expertin der Übungsleitung
Kenner des Weges

Kung-Fu-Kämpfer macht einen perfekten Sprung

Der 6. Dan zeigt an, das die TrägerInnen ihre eigene Entwicklung, vor allem in Charakter und Technik, vervollkommnet haben.

Ihr Weg hat eine bisher unbekannte Harmonie und Schönheit erreicht. Sie stehen auf einem soliden Fundament von Konzentration und Fokus, Intuition und täglicher Meditation. Den Traditionen ihrer Kampfkunst sind sie fest verbunden.


GEFAHREN


Die Gefahren kommen eher von Außen denn von Innen, in Form von Zeit- und Energieräubern, welche nur zu gern etwas von dem Glanz abhaben möchten, ohne selbst etwas dafür zu tun. Dem muss mit großer Sorgfalt und Wachsamkeit Einhalt geboten werden. Eine bessere Selbst- und Menschenkenntnis sollten dabei gute Dienste leisten, so alle weiterhin bereit sind aus Erfahrungen zu lernen.


MERKMALE


Folgende Charakterzüge kennzeichnen die "ExpertInnen der Übungsleitung":


  • Ehrlichkeit
  • Friedfertigkeit
  • Fleiß
  • Zuverlässigkeit
  • Ausgeglichenheit
  • Fokus auf Familie
  • Idealismus
  • Im pädagogischen und psychologischen Umgang außerordentlich geschickt
  • Begabter Sprecher und Schreiber


7. Dan - Experte des Lehrens
Gelehrter des Weges
Weg der Freiheit

Zwei Pferde die über die Prärie rennen

Der 7.Dan steht für das außergewöhnliche Geschenk großer Freiheit. Disziplin und Achtsamkeit sind weiterhin die täglichen Begleiter des Großmeisters. Nur so bleibt ihm diese Gabe lebendig.

Der Meister bejaht das Leben in seiner Gänze mit Licht und Schatten und überwindet damit die Furcht vor dem Tod.

Jeder Tag ist ein Fest. Ruhig und besonnen nach innen und außen ist er in seiner Mitte, lebt frei von Anhaftungen und hat damit jederzeit den vollkommenen Überblick. Daraus fließt seine große geistige Klarheit und Reife, sowohl in menschlichen als auch in universellen Angelegenheiten. Seine besondere Präsenz ist spürbar. Er hält seinen Körper fit und trainiert täglich seine Künste.



8. Dan - Weg der Erkenntnis

Dunkler Waldweg mit leuchtendem Ende

Im Budo gibt es keinen Ruhestand. Auch als Expertin des Unterrichts arbeitet sie täglich an der Verfeinerung ihrer Techniken. Sie liest, lernt, forscht und meditiert um Zugang zu bisher Unbekanntem zu finden und Anderen zugänglich zu machen.

Da sie mit sich selbst im Einklang ist, besteht kein Bedürfnis sich zu beweisen oder Andere zu überzeugen. Über "ihre" eigene Kampfkunst hinaus, bringt sie Menschen und Stile zusammen. Gemeinsamkeiten werden betont, denn Stile oder trennendes sind ihr unwichtig. Auch wenn kein großes Bedürfnis besteht viel zu reden, fühlt man sich in ihrer Gegenwart als Gesprächspartnerin sehr angenehm.




9. Dan - Weg der Vervollkommnung und Spiritualität
Vorbildhafter Lehrer

Säulenhalle mit Rundbögen - rot beleuchtet

Die vorbildhaften LehrerIhnen kennen keinen Unterschied zwischen Denken und Handeln.

Sie leben die Harmonie mit Himmel und Erde. In ihrem gesamten Auftreten manifestiert sich die Aufhebung der von Menschen definierten Gegensätze. Unerschütterlich und absolut still ruhen sie in ihrem inneren Zentrum. Sie sind angekommen.

Sie haben von einer Wirklichkeit gekostet, welche jenseits des Denkens liegt. Wie Teitaro Suzuki schreibt, kann dieses Erlebnis nicht durch Nachdenken oder logische Schlussfolgerungen erreicht werden. Genauso wenig kann es einleuchtend beschrieben werden.


MYSTIKER


Nur ebenso "Erfahrene" können nachvollziehen, was gemeint ist. Für alle anderen bleibt es unverständliches Gemurmel. Noch viel weniger können die MeisterInnen die Lernenden zu dieser Erfahrung anleiten. Sie ist unlehrbar. Einzig kann er denjenigen, welcher die Grenzen der Technik bereits überwunden haben, die Tür zu diesem Geheimnis öffnen.

Die Welt kennt viele Begriffe für die Stufe bzw. Erfahrung, welche er erreicht hat: Befreiung. Erkennen. Erwachen. Erleuchtung. Bewusstwerdung. Wachheit. Satori. Einmal erlangt, kann er diese immer wieder "aufrufen".

Seit jeher wird auch von christlichen MystikerInnen berichtet, welche nach diesem Ziel strebten. Sie beschrieben es als Unio Mystica oder Gottesschau.




10. Dan - Der verwirklichte Mensch

Dartscheibe mit Pfeil im Bulls Eye

Bei Rainer Grytt steht zu lesen, dass dieser Grad frühestens ab dem 70. Lebensjahr verliehen werden kann. Als größte Auszeichnung im Budo kommt jedoch nur Vorstände bzw. GründerInnen eines Kampfkunststils dafür infrage.

Durch stetiges Üben und Suchen nach der Wahrheit erreicht die Persönlichkeit hier die größtmögliche Annäherung an das Ideal der Kampfkunst von menschlicher Vorzüglichkeit. Tiefes geistiges Verständnis sowie die Perfektion der Technik macht sie zum Model und Leitbild.


TRANSZENDENZ


Auf dieser Stufe des Seins haben die MeisterInnen ihr Ego, die Anhaftung am Dinglichen und die Grenze des wissenschaftlich Erklärbaren überschritten. Sie sind nicht mehr darin eingeschlossen. Als Folge dessen, erringen sie einen Zugang zu Erkenntnissen und Erfahrungen jenseits unserer üblichen Realität. Einer eigenständigen, objektiv existierenden metaphysischen Wirklichkeit.

An diesem Punkt der Reise wird aus Glauben "Wissen". Die Person wird zum außenstehenden Betrachtenden und erlangt damit eine gewisse "Objektivität" beim wertungsfreien Blick auf die Dinge. Diese Erfahrung ist weder ausdrückbar noch erklärbar. Der "vollendete Mensch" hat keinerlei Bedürfnis das Denken übersteigende Dinge in von Menschen durch Denken konstruierte Begriffe zu zwängen. Dies ist auch nicht notwendig und gleichzeitig unmöglich, zudem verlieren diese dadurch ihren "Zauber".


"Wer in dem schwarzen Gürtel nur eine Zusammenfassung an Kenntnis über Technik sieht, der hat das Ganze nicht verstanden. Da Budo (schon seit dessen Anfängen) eine Philosophie ist, welche aufs Leben übertragbar ist und sein soll, ist es genau richtig, die DAN-Grade philosophisch zu deuten."
Nach Rainer Grytt: Die Meister-Grade. Schwarz - Das Wandeln in der Stille - 07/2009


Die Stufen der DAN-Graduierungen haben damit ihr Ende, jedoch der persönliche Weg des Budo hat seine Begrenzung nur in der Ewigkeit.



Lebensbejahender "Weltverbesserer"

Nach Willgis Jäger, Auszug aus "Jenseits von Wort und Weihrauch"
(connection special 46 - S. 15 ff. - 1/2000)


Ziel ALLER spirituellen Wege ist das Leben selbst. In jedem Augenblick offenbart sich die erste Wirklichkeit. Es geht darum "Mensch zu sein" mit allen Möglichkeiten und Anlagen, die wir entfalten können.

Spiritualität vollzieht sich im Alltag, hier, und nur HIER, in DIESEM Augenblick, ist der Austausch von göttlichem und menschlichem möglich. Wer seinen Erfahrungsweg bis zum Ende geht, kommt wieder im Alltäglichen an! Joseph Beuys hat es so formuliert:


"Das Mysterium findet im Hauptbahnhof statt".


Wahre Mystik zeigt sich im Vollzug des Lebens, sie weltbejahend und körperbejahend. Sie bejaht alles so wie es gerade ist. Den geschichtlichen Prozess, das momentane Geschehen, in welche sie als Teil des Ganzen eingebunden ist. Kein Warten auf ein besseres Jenseits.

Unio Mystica, Satori, mystische Hochzeit, Hochzeit Christi, Einswerdung mit Gott*... ist Leben und Sterben zugleich. Die unzertrennliche Einheit aus Licht und Dunkelheit werden als Bestandteil des Lebens in der Gegenwart erfahren. Diese Freiheit von allen Anhaftungen, Ego, Besitzansprüchen und Wünschen ist schaffend und gebärend, somit ihrem tiefsten Wesen nach lebensbejahend.

Das lässt auch den Mystiker und die Mystikerin selbst schöpferisch und lebensbejahend werden. Aus diesem Einheitserlebnis leitet sich seine Verantwortung für die Welt ab.

(Ich finde besser kann es nicht formuliert werden!)



* Versuch einer Worterklärung:

Tiefstes, allumfassendes und ganzheitliches Bewusstsein, Intuition, bewusstes geistiges Erleben, unmittelbare Anschauung oder Hineinsehen, eine nichtdiskursive (sprachlos-handelnde) Form des Erkennens, bei klarem Selbstbewusstsein. Kein erschaffen von Realitäten / Bewusstsein durch Sprechen oder Denken, auf der Grundlage von Wissen (diskursiv). Wie soll auch undenk- und sagbares in erdachte Wortcontainer/Bezeichnungen verpackt werden?

Sondern ein "HANDELN" aus dem Erfahrenen, unabhängig vom kollektiven und individuellen Alltags-Wissen (bzw. dem Wissens-/Wissenschafts-Apparat). Jedoch ohne dies zu benutzen, um Macht auszuüben. Dies führt zu sogenannten "Sichtbarkeiten" bzw. "Vergegenständlichungen".

Vereinfacht:

Wirklichkeiten erschaffen durch Handeln aus tiefer Intuition & Wissen.

Siehe auch: Siegfried Jäger - 26.09.2006
Theoretische und methodische Aspekte einer Kritischen Diskurs- und Dispositivanalyse



Danksagung

In Vorbereitung auf die nächste Dan-Graduierung, habe ich mich selbst intensiv mit dem Thema befasst. Die Inspiration für die obigen Texte habe ich u.a. aus folgenden Quellen. An dieser Stelle vielen Dank für die erhellenden Gedanken - Respekt & Verbeugung 🙇

Henryk Hauptmann - © 12/2019

Die Meister/Sensei-Grade 07/2009 - Rainer Grytt (PDF - 4 Seiten)
Das Graduierungs-System der Dan-Grade 10/2010 - inhaltlich teilweise identisch
Bedeutung der DAN-Grade im Karate 08/2014 - W. Stürzinger 7. Dan Shitokai
(PDF - 4 Seiten) - teilweise ähnlich
Der lange Weg der Meister Stefanie Wallner
Wartezeiten bei den Dangraden KampfkunstKollegium
Dan-Grade im Budō Werner Lind
Renshi
Sind Dan-Grade "Meistergrade" und wie viele gibt es? W. Dax-Romswinkel. 6. Dan
Interessante Ausführungen zu Graduierungs-Kriterien und Dan-Urkunden
Wikipedia - Dan (Kampfsport)








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